Curatrix
Methodik

Wie aus einer Arbeitsdemonstration ein Robotik-Datensatz wird

Jeder Curatrix-Datensatz durchläuft denselben dokumentierten Weg: eine definierte Aufgabe, eine autorisierte Aufnahme, Datenschutzverarbeitung, strukturierte Annotation, eine Rechteprüfung und ein versioniertes Release, mit dem Sie trainieren und das Sie reproduzieren können.

Durchgängige Pipeline

Acht Stufen, ein Protokoll

Die Pipeline ist fest. Pro Projekt ändern sich Aufgabenspezifikation, Aufnahmesetup und Annotationsschema.

  1. 01

    Kunde definiert eine Aufgabe

    Sie beschreiben die Manipulationsaufgabe, die Zielumgebung und die spätere Modellbewertung. Daraus entsteht eine schriftliche Datenspezifikation.

  2. 02

    Autorisierte Handwerker demonstrieren sie

    Qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker führen die Aufgabe an freigegebenen Einsatzorten nach vereinbartem Protokoll aus — mit Kopf-, Helm- oder Brustkamera.

  3. 03

    Material sicher hochgeladen

    Die Aufnahmen werden verschlüsselt in zugriffsbeschränkten Speicher in der EU-Region übertragen und der Aufnahmesitzung zugeordnet.

  4. 04

    Datenschutz- und Vertraulichkeitsverarbeitung

    Automatische Erkennung entfernt personenbezogenes und vertrauliches Material; anschließend wird jeder Clip menschlich geprüft.

  5. 05

    Aufgabensegmentierung und Annotation

    Das Material wird in Aufgabenepisoden geschnitten und mit Teilaufgaben, Phasen, Werkzeugen, Objekten und Ergebniszuständen annotiert.

  6. 06

    Qualitäts- und Rechteprüfung

    Episoden werden gegen die Abnahmekriterien geprüft; Einwilligungen der Mitwirkenden, Standortfreigaben und Lizenzumfang werden bestätigt.

  7. 07

    Versionierter Robotik-Datensatz

    Es entsteht ein unveränderliches Release mit Manifesten, Annotationen, Provenienznachweisen, Lizenzbedingungen und Dokumentation.

  8. 08

    Training und Evaluierung beim Kunden

    Sie trainieren und evaluieren gegen den vereinbarten Benchmark. Erkannte Lücken fließen in die nächste gezielte Erhebungsrunde.

Aufnahme

Aufnahmeprotokolle und kontrollierte Arbeitsumgebungen

Nichts wird gelegenheitsbedingt aufgezeichnet. Jeder Datensatz beginnt mit einem schriftlichen Protokoll und einem freigegebenen Einsatzort.

  • Schriftliches Aufnahmeprotokoll

    Kameraposition, Bildausschnitt, Lichtverhältnisse, Werkzeugsatz, Start- und Endbedingungen einer Episode sowie die Definition eines gültigen Versuchs stehen vor der ersten Aufnahme fest.

  • Kontrollierte Arbeitsumgebungen

    Aufgenommen wird in Werkstätten, Industrieanlagen und an Orten, an denen die verantwortliche Stelle die Aufzeichnung schriftlich freigegeben hat und die Szene von nicht relevantem Material geräumt werden kann.

  • Autorisierung der Mitwirkenden

    Handwerkerinnen und Handwerker nehmen projektbezogen freiwillig teil, wissen was aufgezeichnet und wofür es verwendet wird, können jede Aufnahme jederzeit abbrechen und werden für ihre Zeit vergütet.

  • Kamerasetup und Kalibrierung

    Kopf-, Helm- und Brusthalterungen werden pro Mitwirkendem und Sitzung kalibriert. Intrinsische Parameter und Halterungsgeometrie werden mit dem Material erfasst.

Verarbeitung

Datenschutz- und Vertraulichkeitsverarbeitung

Personenbezogenes und vertrauliches Material wird entfernt, bevor ein Clip überhaupt für ein Release infrage kommt.

  • Sicherer Eingang

    Das Material wird verschlüsselt in Speicher in der EU-Region übertragen. Rohmaterial ist ab dem Eingang zugriffsbeschränkt.

  • Automatische Erkennung

    Gesichter, unbeteiligte Personen, Bildschirme, Dokumente, Kennzeichen, Ausweise und identifizierbare Beschilderung werden über alle Frames hinweg automatisch erkannt.

  • Menschliche Datenschutzprüfung

    Nach der automatischen Verarbeitung prüft eine Person jeden Clip. Clips, die nicht freigegeben werden können, werden entfernt statt mit Vorbehalt ausgeliefert.

  • Vertraulichkeit des Einsatzortes

    Markiert ein Standortverantwortlicher Material als vertraulich, werden die betroffenen Abschnitte unabhängig vom Datenschutzstatus aus jedem Release ausgeschlossen.

Struktur

Aufgabensegmentierung und Annotation

Eine Episode ist ein vollständiger Versuch einer Aufgabe — strukturiert genug zum Trainieren und zum Nachvollziehen von Fehlern.

  • Episodensegmentierung

    Durchlaufendes Material wird anhand expliziter Start- und Endbedingungen in Aufgabenepisoden geschnitten. Jede Episode ist genau ein Versuch der spezifizierten Aufgabe.

  • Teilaufgaben- und Phasenlabels

    Episoden werden in Teilaufgaben und Phasen zerlegt — Annähern, Greifen, Ausrichten, Betätigen, Prüfen, Loslassen — mit frame-genauen Grenzen.

  • Werkzeug- und Objektmetadaten

    Sichtbare Werkzeuge, Werkstücke, Vorrichtungen und Verbrauchsmaterialien werden nach Typ und, wo relevant, nach Größe oder Spezifikation gelabelt.

  • Erfolg, Fehlschlag und Korrektur

    Episoden werden nach Ergebnis gelabelt. Fehlschläge und Korrekturversuche werden bewusst behalten: Sie sind am schwersten zu erheben und für das Lernen am wertvollsten.

Qualitätssicherung

Abnahmekriterien statt bestem Bemühen

Material, das die Kriterien nicht erfüllt, wird verworfen und nicht mit Einschränkungshinweis ausgeliefert.

  • Explizite Abnahmekriterien

    Jede Episode wird gegen das Protokoll auf Bildausschnitt, Verdeckung, Bewegungsunschärfe, Vollständigkeit des Versuchs und Label-Übereinstimmung geprüft.

  • Unabhängige Zweitannotation

    Eine Stichprobe jedes Stapels wird von einer zweiten Person unabhängig annotiert und verglichen. Abweichungen über dem vereinbarten Schwellenwert führen zur Rückgabe des Stapels.

  • Abgelehntes Material wird nicht geliefert

    Stunden, die die Prüfung nicht bestehen, gehen nicht in das Release ein und zählen nicht zu den abgenommenen Stunden.

  • Schemavalidierung

    Manifeste, Annotationen, Kalibrierung und Provenienznachweise werden vor dem Build eines Releases gegen das veröffentlichte Schema validiert.

Versionierung und Provenienz

Jedes Release ist reproduzierbar und nachvollziehbar

Ein Trainingslauf soll jederzeit einem exakten Datenstand zuordenbar sein und jede Episode einer dokumentierten Aufnahme.

  • Unveränderliche versionierte Releases

    Ein veröffentlichtes Release ändert sich nie. Korrekturen und Ergänzungen erscheinen als neue Version mit Changelog und stabiler Kennung.

  • Provenienz je Episode

    Jede Episode führt Aufnahmezeitraum, Umgebungsklasse, Protokollversion, Version der Verarbeitungspipeline und Version des Annotationsschemas mit.

  • Rechteprüfung

    Einwilligungen der Mitwirkenden, Standortfreigaben und Lizenzumfang werden vor dem Build eines Releases je Episode geprüft und dokumentiert.

  • Protokollierung der Weitergabe

    Jede Auslieferung wird mit Empfänger, Umfang, Datensatzversion und Zeitpunkt protokolliert.

Evaluierung

Bewertet am Modellverhalten, nicht an gelieferten Stunden

Ein Datensatz ist nur dann nützlich, wenn er einen Benchmark bewegt — deshalb wird dieser vor Beginn der Erhebung festgelegt.

  • Baseline vorab vereinbart

    Evaluierungsaufgabe und aktuelle Baseline stehen vor Aufnahmebeginn fest, damit das Ergebnis nach Ihren Maßstäben messbar ist.

  • Splits ohne Überschneidung

    Releases enthalten vorgeschlagene Trainings- und Evaluierungssplits, die Mitwirkende und Einsatzorte trennen — damit die Evaluierung keine auswendig gelernten Szenen misst.

  • Gezielte Nacherhebung

    Zeigt die Evaluierung eine Lücke, adressiert die nächste Runde genau diese: eine bestimmte Teilaufgabe, einen bestimmten Fehlermodus, eine bestimmte Umgebung.

Ausgelegt auf DSGVO-bewusste Erhebung physischer Daten. Rechte, Datenschutz und Provenienz sind fest in die Datenpipeline eingebaut.

Dies beschreibt Auslegung und Betrieb der Pipeline. Es ist keine Zertifizierungsaussage, und kein Datensatz wird als vollständig anonym dargestellt.

Nächster Schritt

Mit einem klar abgegrenzten Pilotprojekt starten

Bringen Sie eine Aufgabe mit. Im Gespräch definieren wir Aufnahmeprotokoll, Episodenumfang, Annotationsschema und Lieferformat.

Pilotprojekte starten in der Regel ab rund 25.000 €. Das ist ein Richtwert — endgültiger Umfang und Preis werden nach einem technischen Qualifizierungsgespräch festgelegt.